Vom 24. April bis 2. Mai 2026 blickte die Curlingwelt nach Genf: Bei der Senioren‑Weltmeisterschaft in der Schweiz sorgten die deutschen Damen um Sabine Belkofer‑Kröhnert, Christina Haller, Heike Schwaller, Michaela Reilly und Martina Knobloch mit einer herausragenden Leistung für eine historische Silbermedaille, während sich auch das Herrenteam mit Uwe Seile, Sven Goldemann, Christoph Möckel und Rüdiger Kühlwein einen starken fünften Platz sicherte.
Im Gespräch erzählt Skip Sabine Belkofer‑Kröhnert von Zufällen, Teamgeist und einem ganz besonderen Turnier.
Wie ist euer Team überhaupt entstanden?
Eigentlich ist das eine sehr schöne Geschichte. Vier von uns haben schon 1989 zusammen eine Junioren-WM gespielt. Die Idee, noch einmal gemeinsam anzutreten, kam von Chris Haller – und sie hat mich über viele Jahre immer wieder gefragt. Ich habe lange gezögert, weil ich mit großen Turnieren eigentlich abgeschlossen hatte. Aber letztes Jahr hat sie einfach eine WhatsApp-Gruppe gegründet – und da wurde mir klar, was sie vorhat. Da habe ich gedacht: Jetzt oder nie. 37 Jahre später noch einmal gemeinsam bei einer WM – das ist schon etwas Besonderes.
Wie habt ihr euch vorbereitet?
Wir hatten tatsächlich wenig gemeinsame Zeit. Ein Wochenende Training in Hamburg, ein Turnier in Oberstdorf – und kurz vor der WM zwei Trainingstage in Zürich. Michaela war sogar vorher gar nicht dabei. Trotzdem ist sofort etwas entstanden. Jeder hat seine Rolle angenommen, wir haben uns vertraut – das war entscheidend.

Wie lief das Turnier für euch?
Wir sind ohne große Erwartungen gestartet. Gleich das erste Spiel gegen die Schweiz war extrem wichtig – das haben wir knapp im Zusatzend gewonnen und wussten: Wir können mithalten.
Danach lief es richtig gut, wir sind durch die Gruppe marschiert.
Der Höhepunkt war das Halbfinale gegen Kanada. Als wir wussten, dass wir eine Medaille sicher haben, waren wir völlig überwältigt. Da sind schon ein paar Tränen geflossen.
Warum hat es im Finale nicht ganz gereicht?
Das Finale stand für uns leider unter schwierigen Vorzeichen. Die Pause nach dem intensiven Halbfinale war sehr kurz – ich war mental einfach ausgelaugt und konnte nicht mehr ganz an meine Leistung anknüpfen. Trotzdem haben wir alles gegeben, aber die Schottinnen waren in diesem Moment einfach das stabilere, eingespieltere Team. Sie haben ihre Chancen konsequent genutzt und verdient gewonnen.
Umso mehr sind wir stolz auf unseren Weg ins Finale – unter diesen Umständen ist die Silbermedaille für uns ein riesiger Erfolg.
Ich möchte unbedingt noch die großartige Unterstützung unserer Herren hervorheben: Sie haben uns die ganze Zeit angefeuert und unglaublich unterstützt. Das hat uns sehr geholfen und war für uns als Team wirklich etwas ganz Besonderes.


Was bleibt, ist mehr als nur eine Silbermedaille: eine außergewöhnliche Rückkehr – und der Beweis, dass sportliche Leidenschaft kein Verfallsdatum kennt.
Wir gratulieren dem Damenteam herzlich zur silbernen Medaille und dem Herrenteam ebenso zu einem starken 5. Platz!

