„Es ist immer gut, gegen einen starken Gegner zu beginnen“, bewertet Skip Marc Muskatewitz die olympische Premiere am Mittwoch gegen Mitfavorit Kanada als ideale Challenge. Keiner aus dem deutschen Curling-Quartett stand je auf olympischem Eis – es ist das jüngste der zehn Teams – und bis in die Haarspitzen motiviert.
Der Kapitän hofft auf eine gute „Round Robin“ (jeder gegen jeden) und am Ende eine Top-4-Platzierung. Da macht es auch nichts aus, vor dem ersten Match nur 15 Minuten Eis-Training zu bekommen. Man wählt die Steine aus, prüft die Fläche, die vorher von einem eigens geschulten Eis-Meister mit Wasser besprüht wird. Das sorgt für einen rauen Untergrund auf dem das Spielgerät optimal gleiten kann.
Marc Muskatewitz, angehender Ingenieur, nutzte die Einladung zur offiziellen Pressekonferenz im Deutschen Haus auch, um seinen Sport den Medien analytisch zu erklären. Welche überragende Fitness dieser erfordert, wo man hierzulande überhaupt das „Schach auf dem Eis“ betreiben kann, was den Unterschied zwischen Eishockey- und Curling Eis ausmacht. Zusammen mit Benny Kapp, Johannes Scheuerl, Felix Messenzehl und Mario Trevisiol kann er in Cortina auf „die größte deutsche Fan-Zone“ als Unterstützung hoffen. Die big Events gehen sonst in Nordamerika über die Bühne – das Quasi-Heimspiel in den Dolomiten kann dem Sport jetzt den richtigen Kick geben. Und gerne erläutert der 30-Jährige aus Baden-Baden geduldig die große Bedeutung des „Hammer“. Das ist der letzte Stein, „der alles entscheiden kann.“ Den Muskatewitz im altehrwürdigen Olympic Stadium möglichst häufig setzen will.

